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3. DV der SCNAT
SCNAT - The House of Sciences


3. Delegiertenversammlung der SCNAT

Bern, 16. Mai 2008

 

An der 3. Delegiertenversammlung (DV) der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) wählten die Delegierten die Molekularbiologin und Leiterin des Center for Integrative Genomics an der Universität Lausanne, Prof. Nouria Hernandez, neu in den Vorstand der SCNAT. Sie ersetzt die Neuenburger Professorin Martine Rahier, welche in diesem Jahr das Amt der Rektorin der Universität Neuenburg antritt. Gleichzeitig konnte Prof. Denis Monard den neuen Generalsekretär der SCNAT, Dr. Jürg Pfister, begrüssen, der sich anschliessend der Delegiertenversammlung vorgestellt hat.

 

Zudem genehmigte die Delegiertenversammlung die Betriebsrechnung 2007 und Prof. Thierry Courvoisier, Verantwortlicher für das Ressort Finanzen im Vorstand der SCNAT, informierte über das Budget 2008 sowie über die provisorischen Prioritäten für das Budget 2009. Um die Zusammenarbeit unter den vier Akademien weiter zu fördern, sollen die Leistungsvereinbarungen der Akademien der Wissenschaften Schweiz von nun an in einer gemeinsamen Sitzung von Vertretern aller vier Akademien mit dem Staatssekretär für Bildung und Forschung, Dr. Mauro Dell-Ambrogio, besprochen werden. 

 

Die öffentliche Morgenveranstaltung der Delegiertenversammlung war in diesem Jahr dem Thema «Gefahren besser beurteilen – Zum Nutzen wissenschaftlicher Expertisen bei der Risikoabschätzung» gewidmet. Drei breit gefächerte Vorträge zur Verwendung von Expertisen und zur Risikokommunikation leiteten die Podiumsdiskussion ein:

 

Alt-Ständerätin Christiane Langenberger schilderte den Nutzen von Expertisen aus der Sicht der Politiker und Politikerinnen. Diese stünden meistens unter Zeitnot und verfügen angesichts der Vielfalt der Themen, mit denen sie im politischen Prozess in Berührung kommen, nicht immer über fundierte Fachkenntnisse. Dementsprechend seien sie im Allgemeinen für eine ausgewogene Beratung in spezifischen Sachfragen sehr dankbar. Allerdings seien hier nicht umfangreiche Expertisenpapiere gefragt, sondern eher kurze Factsheets, die einen schnellen Überblick vermitteln.

 

Als Mitarbeiterin der Abteilung «Natural Catastrophes» bei der Swiss Re zeigte Pamela Köllner-Heck anschliessend auf, wie der Rückversicherer Informationen aus der Wissenschaft verwendet und in die Risikoabschätzung einfliessen lässt. So setzt sich ein Risikoportfolio für die Gebäudeversicherung aus der Gefährdung und der Schadensempfindlichkeit von Gebäuden zusammen. Das so entstandene Modell wird dazu verwendet, Prämien zu berechnen und um den verursachten Schaden im Fall einer Naturkatastrophe zu beziffern. Weil die Modelle immer komplexer werden sucht SwissRe den aktiven Austausch mit führenden Wissenschaftern, um beispielsweise ad hoc Fragen zu klären. Assessments, Workshops und Tagungen mit Expertinnen und Experten sind deshalb wichtige Instrumente für die Risikobeurteilung.

 

Aus journalistischer Sicht beleuchtete Wissenschaftsjournalistin Dr. Rosmarie Waldner den oft nicht ganz einfachen Umgang mit der Forschung, besonders im Zusammenhang mit der Risikokommunikation. Sie verdeutlichte eine interessante Funktionsweise des Journalismus für die Forschenden: Die Tendenz, dass zunehmend nur die negativen Schlagzeilen gross in den Medien herauskommen und dementsprechend viel Aufmerksamkeit erhalten. Dies kann dazu führen, dass Sachverhalte schlechter wahrgenommen werden als sie eigentlich sind. In Anbetracht dieses Problems präsentierte Rosmarie Waldner wertvolle Tipps für Forschende, die ihnen zu einer angemessenen Darstellung ihrer Anliegen in den Medien verhelfen können.

 

Unter der Moderation von Ellinor von Kauffungen entstand im Anschluss eine rege Publikumsdiskussion. Vorstandsmitglied Prof. Adrian Pfiffner vertrat dabei die Sicht der SCNAT. Die meisten Votanten sahen die Notwendigkeit ein, den Anforderungen der Abnehmer der wissenschaftlichen Risikobeurteilungen zu entsprechen. Hingegen waren sich alle einig, dass nicht alles aus dem Bereich der Forschung und Wissenschaft vereinfacht und in Kürze angemessen dargestellt werden könne.


Bilder von der 3. DV

 

Programm der Morgenveranstaltung «Gefahren besser beurteilen – Zum Nutzen wissenschaftlicher Expertisen bei der Risikoabschätzung»