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Programm
SCNAT - The House of Sciences


8:30

Welcome Coffee

 

9:15

Begrüssung
Heinz Gutscher, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz

 

9:30

Alle reden von Zukunft. Wir nicht?
Alfred Nordmann, Philosophisches Institut der TU Darmstadt

 

Die Zukunft hat derzeit Hochkonjunktur und Einblicke in das, was
angesichts von Wissenschaft und Technik auf uns zukommt, werden überall nachgefragt. Aber wovon ist eigentlich die Rede, wenn so getan wird, als gäbe es da schon etwas, was von Wissenschaft und Technik nur noch realisiert werden muss, um auf uns zukommen zu können? Zukunft als historische Kategorie liegt jenseits prognostischer Verfügbarkeit, sondern bezeichnet allenfalls ein Ziel, auf das sich unser Handeln ausrichtet. Wenn diese Zukunft nicht gemeint sein kann, dann ist vermutlich von so genannten sozio-technischen Szenarien die Rede, also möglichen Welten, die konstruiert werden können oder sollen. Aber ob
diese alternativen Welten wirklich etwas mit unserer Zukunft zu tun haben, ist fraglich und sollte auch ganz bewusst offen gelassen werden. Zu dem, was auf uns zukommt, können wir uns nämlich nur passiv verhalten, aber die Schaffung von Alternativen zu unserer jetzigen Welt setzt ein gesellschaftliches Problembewusstsein voraus und fordert das ausdrückliche Setzen von Zielen, ob diese gestalterisch wirklich einholbar sind oder nicht.

 

10:15

Diskussion

 

  KRISTALLKUGELN IM HÄRTETEST
10:30

Gene gut, alles gut – die Verheissungen der Gentherapie der 90er Jahre
Sandro Rusconi, ehemaliger Programmleiter «Somatische Gentherapie» (NFP 37)

 

La première décade d'expérimentations en thérapie génique (1990-2000) a été marquée par une euphorie diffusée qui a finalement rendu un très mauvais service à ce secteur de la médecine, au point qu'aujourd'hui l'impression générale (qui est bien fausse) est qu'aucun protocole basé sur la TG n'aboutira jamais à l'application clinique. La raison principale de cette catastrophe de perception dans l'imaginaire collectif est probablement due à la spéculation financière excessive qui a accompagné les années initiales de la TG. Il suffit de rappeler que plus de 150 nouvelles entreprises dédiées à la TG ont été fondées entre 1995 et 2000 seulement aux USA. Leur valeur de bourse étaient soutenues avec un bombardement d'affirmations excessivement optimistes. La plupart de ces entreprises s'est effondrée avec l'éclat de la bulle de la New economy. Depuis le début du nouveau millénaire la TG s'est progressivement retirée dans les laboratoires académiques et depuis là elle a fait d'énormes progrès. Elle garde intact tout son potentiel de développement, mais elle souffre encore de l'image négatif de son début dans le monde de l'économie. La leçon qu'il faut en tirer est: "trop d'argent et trop d'exposition médiatique peuvent ralentir le progrès et l'innovation au lieu de les accélérer". Il faudrait que d'autre disciplines biomédicales (voir thérapies cellulaires) puissent réjouir de cet enseignement amer, mais malheureusement l'histoire semble se répéter.

 

11:00

Die Vorhersage der Erdbebenvorhersage: von Risikokarten, Tier-Orakeln und Scharlantanerie
Stefan Wiemer, Schweizerischer Erdbebendienst, ETH Zürich

 

Erdbeben vorhersagen zu können ist ein alter Menschheitstraum, und für jeden Seismologen so etwas wir der Heilige Gral. Wie die zahlreichen tödlichen Beben der letzten Jahre schmerzhaft gezeigt haben, ist es bis heute jedoch nicht möglich Erbeben vorherzusehen. Schlimmer noch, es ist sogar wahrscheinlich, dass eine verlässliche Erdbebenvorhersage prinzipiell unmöglich ist. Trotzdem versuchen es Wissenschaftler und motivierte Laien immer wieder, oft im Scheinwerferlicht der Medien - und scheitern dann regelmässig. Andererseits steigt der Erwartungsdruck der Gesellschaft stetig: Wo früher noch göttlicher Allmachtglaube die Akzeptanz von Naturkatastrophen geprägt hat, sucht man heute oftmals nach einem Schuldigen, der dann vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden kann. Dieser Vortrag beleuchtet den Stand der Forschung im Bereich Erdbebenvorhersage und das zwiespältige Verhältnis eines Seismologen zu diesem Thema.

 

11:30 Diskussion
   
12:00 Stehlunch
   
  KRISTALLKUGELN POLIEREN
13:00

Mapping Controversies: eine Methode die Zukunft zu verstehen?
Valérie November, Groupe d'étude de la spatialité des risques, EPFL

 

A l'aube du XXIème siècle, les questions scientifiques et techniques sont désormais indissociables des enjeux politiques et sociaux. C'est à leur croisement que se dessine le futur visage de nos sociétés, comme en témoignent les débats publics qui accompagnent le développement des biotechnologies, les projets urbains ou encore les risques liés au changement climatique. La place de l'expert dans nos sociétés évolue: les savoirs techniques et scientifiques apparaissent plus incertains et les dilemmes qu'ils engendrent sont régulièrement questionnés et débattus publiquement. Cartographier les controverses (mapping controversies) permet de faire apparaître clairement les futurs enjeux qui se dessinent.

 

13:30

Diskussion

 

13:45

Der FuturICT Wissensbeschleuniger für ein besseres Management unserer Zukunft in einer stark vernetzten Welt
Dirk Helbing, FuturICT, ETH Zürich

 

Die immer stärkere, globale Vernetzung unserer Welt hat Systeme geschaffen, die sich durch Erfahrung, Intuition und bisherige wissenschaftlichen Methoden nicht mehr kontrollieren lassen. Sie neigen daher zu Instabilität, Dominoeffekten und Extremereignissen. Besonders drastisch spürbar ist dies im Finanzsektor. Aber auch in anderen Bereichen treten vermehrt Probleme auf, die in ihrem Charakter oder Ausmass neu sind. Neue Ansätze und Instrumente zu einem besseren Verständnis systemischer Risiken und zu einem effektiveren Management dieser multiplen und stark vernetzten Systeme sind daher dringend nötig. Die massiven Datenmengen und die Supercomputerleistung, um die entstandenen Wissenslücken zu schliessen, werden nun zugänglich. Das FuturICT Projekt plant die Entwicklung und den Aufbau von hochentwickelten ICT-Infrastrukturen. Kernstück ist eine Plattform für die Simulation, Erkundung und Visualisierung möglicher Zukunftsszenarien – die Living Earth Platform. Diese Plattform beinhaltet interaktive Observatorien, um Krisen und Chancen frühzeitig zu erkennen, aber auch partizipative Plattformen für Bürger und Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten, zu erweitern sowie mögliche Konsequenzen von Entscheidungen vorab besser zu erkennen. Weiter entwickelt FuturICT Konzepte für ein neues, vertrauenswürdiges World Wide Web sowie ein Datamining, das die Privatsphäre schützt. Das Ziel ist eine symbiotische Beziehung zwischen virtueller und realer Welt durch Schaffung eines symbiotischen Informationsökosystems. Die geplante Entwicklung von sozio-inspirierten Informationstechnologien lässt ein enormes Wirtschaftspotenzial erwarten. Daher erforscht FuturICT die Prinzipien, die ein gutes Funktionieren sozial interagierender Systeme gewährleisten. Die wissenschaftliche Herausforderung ist vergleichbar mit der Identifizierung der Grundkräfte der Natur.

 

14.15

Diskussion

 

14.30

Pause

 

  DIE KUNST DES ORAKELNS
15:00

Podium

Moderator: Christian Heuss, Wissenschaft DRS 2


Alfred Nordmann


Thomas Bernauer, ETH Zürich, Präsident Abt. IV des Schweizerischen Nationalfonds (Nationale Forschungsprogramme)


Rudolf Gygax, Ex-Novartis Venture Fonds, Nextech Invest


Andreas M. Walker, swissfuture, weiterdenken.ch

 

16:30

Schlusswort
Heinz Gutscher

 

16:45 Ende