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© 2012 SCNAT
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6. DV der SCNAT |
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6. Delegiertenversammlung der SCNAT Bern, 28. Mai 2010.
Die Delegierten der Mitgliedsorganisationen und Fachgesellschaften haben Prof. Helmut Weissert zum 7. Vorstandsmitglied der SCNAT gewählt. Er wird das Amt im Januar 2011 antreten. Helmut Weissert ist am Geologischen Institut des Departements für Erdwissenschaften an der ETH Zürich tätig. Neben einer breiten Erfahrung in der Wissenschaft und in wissenschaftlichen Gremien verfügt Helmut Weissert auch über profunde Kenntnis der Akademie. Seit 2007 leitet er die «Platform Geosciences» als deren Präsident. An der Delegiertenversammlung im Mai 2009 waren der Präsident der SCNAT, Prof. Denis Monard, sowie vier weitere Vorstandsmitglieder für eine zweite Amtsperiode (2010-2012) wiedergewählt worden. Wie damals bekundet, strebt der Vorstand eine Staffelung der verschiedenen Amtsperioden an. Gleichzeitig ist eine Erweiterung des Gremiums um eine Person angestrebt worden, um die Tätigkeit im Vorstand breiter abstützen zu können.
Öffentliche Morgenveranstaltung Auch in diesem Jahr hat die SCNAT anlässlich der Delegiertenversammlung wieder eine öffentliche Morgenveranstaltung organisiert. Die Podiumsdiskussion zum Thema «Mehr wert als Geld – Freiwilliges Engagement in der Wissenschaft» wurde durch drei Vorträge von Vertretern aus Politik und Wissenschaft angeregt und von Peter Lippuner, Präsident der naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur, moderiert.
Die Vorträge und die anschliessende Diskussion liessen klar werden, dass die Milizarbeit in der Wissenschaft an ihre Grenzen zu geraten droht: Im Versuch, die sich aus Beruf, Familie und Freiwilligenarbeit ergebenden Verpflichtungen zu erfüllen, geraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verstärkt unter Druck. So betonte Vorstandsmitglied Prof. Nouria Hernandez, dass es nicht die fehlende finanzielle Entlöhnung sondern der Zeitmangel sei, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunehmend daran hindere, sich im Milizsystem zu engagieren. Sie wies darauf hin, dass der sich aus den vielfältigen Anforderungen ergebende Zeitdruck die Qualität wissenschaftlicher Arbeit gefährde.
Prof. Gerd Folkers von der ETH Zürich verdeutlichte, dass den Milizsystemen in der Wissenschaft ein hoher Wert zukommt. Andererseits werden die im Milizsystem erbrachten Tätigkeiten kaum als wissenschaftliche Leistung anerkannt. Sie tragen daher nicht zur akademischen Qualifikation bei. Daher müssten neue Anreize für die Mitarbeit im Milizsystem geschaffen werden. Die Gewährung von freier, selbst-bestimmbarer Zeit im Gegenzug für geleistete Milizarbeit könnte dabei einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellen.
Ständerat Rolf Schweiger zeigte anhand konkreter Beispiele auf, dass das Milizsystem nicht allein von der ideellen und persönlichen Motivation der Milizarbeiter leben kann. So betonte er die Wichtigkeit von hinreichend dotierten Stäben und Sekretariaten zur Entlastung der sich freiwillig Engagierenden. Diese Stäbe müssten in der Wissenschaft mittels staatlicher Finanzierung gestärkt werden, damit sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darauf beschränken können, wesentliche Inputs zu erbringen.
Auch Jürg Burri, stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Bildung Forschung, kam auf den «Erosionsprozess in der Milizarbeit» zu sprechen, als er in Vertretung von Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio eine Grussbotschaft an die Delegierten der SCNAT überbrachte. Die Gründe für die Erosion sieht auch er in der zunehmenden Komplexität der Arbeitswelt und einer höheren beruflichen Belastung. Diese führten dazu, dass der Druck auf den Einzelnen steige und es immer weniger Expertinnen und Experten gebe, die bereit sind, unentgeltliche Zusatzaufgaben zu übernehmen. Diejenigen, die sich aktiv für eine Institution engagieren, würden schnell auch für andere interessant und bildlich gesprochen geradezu «aufgefressen».
In der nachfolgenden Diskussion mit dem Publikum kamen die Teilnehmenden auch immer wieder auf die Motive für das Engagement im Milizsystem zu sprechen. So scheint sich die Freiwilligenarbeit im Wissenschaftssystem in den meisten Fällen aufgrund neuer Erfahrungen und Kontakte, welche die Verfolgung gemeinsamer Interessen erlauben, als eine persönlich bereichernde Tätigkeit darzustellen. Dennoch bleibt die Frage nach neuen Belohnungs- oder Anreizsystemen sowie einer angemessenen Unterstützung durch Sekretariate und Stäbe höchst aktuell. Die Bedingungen für die Milizarbeit müssen verbessert werden, wenn dieses für die Wissenschaft wichtige System weiterhin erhalten bleiben soll. |
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