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Jahresbericht
SCNAT - The House of Sciences


Jahresbericht 2009 für

Plattform Biologie


Präsident/Präsidentin: Monsieur Prof. Jean-David Rochaix

Von: Stefan Nussbaum, nussbaum@scnat.ch

Zusammenfassung


Die Aktivitäten im Rahmen des Darwin Jahres 2009 bildeten den Schwerpunkt der Tätigkeit der «Plattform Biologie». Neben der Publikation eines gesamtschweizerischen Veranstaltungskalenders wurde ein interdisziplinäres Symposium zu „Darwin in Science and Society“ veranstaltet. Höhepunkt war eine in Co-Produktion mit zwei Theatertruppen durchgeführte Theatertournee durch 11 Schweizer Städte mit zwei eigens zu diesem Zweck geschriebenen Stücken, welche Leben und Werk von Charles Darwin einem breiten Publikum näher brachten. – Der interdisziplinäre Rigi-Workshop für Doktorierende zum Thema „Frontiers in Chemical Biology“ wurde mit Erfolg erstmals durchgeführt.

Publikationen


Im Berichtsjahr wurden von der Plattform Biologie keine Publikationen erstellt.

Tagungen / Kurse


Vom 25. Bis zum 27. Januar 2009 fand in Rigi-Kaltbad der erste interdisziplinäre Rigi-Workshop für Doktorierende mit dem Titel „Frontiers in Chemical Biology“ statt. In Zusammenarbeit mit der «Platform Chemistry» wurden 6 RednerInnen aus Europa und Übersee eingeladen, die den 34 Studierenden aus der ganzen Schweiz den aktuellen Stand der Wissenschaft vermittelten. Eine Postersession und Präsentationen zu ausgewählten Postern ermöglichten den Teilnehmenden einen Austausch über die üblichen Fachgrenzen hinweg. In enger Zusammenarbeit mit der «Platform Geosciences» und der SAGW wurde am 4./5. September 2009 in Zürich das Symposium „Darwin in Science and Society“ statt. Eine Begegnung zwischen Natur- und Sozial-/Geisteswissenschaften, an der die Bedeutung der Erkenntnisse Darwins für die Wissenschafts- und Gesellschaftsentwicklung der vergangenen 200 Jahre und deren heutigen Stellenwert im Zentrum stand. Trotz hervorragenden Vorträgen hochkarätiger ReferentInnen fand das Symposium mit 90 Anwesenden nicht die erhoffte Beachtung.

Internationale Aktivitäten


Die internationalen Aktivitäten der «Plattform Biologie» wurden ausschliesslich durch die Landeskomitees wahrgenommen.

Nachwuchsförderung


Im Berichtsjahr war die «Plattform Biologie» zuständig für die Verleihung des Prix Schläfli der SCNAT. Der Preis war für „Evolutionsbiologie“ ausgeschrieben und wurde an Tanja Schwander und Pascal-Antoine Christin, beide von Lausanne, verliehen. Die Plattform führte zudem den Rigi-Workshop durch (vgl. Bericht unter „Tagungen/Kurse“).

Forschungsunterstützende Informations- und Koordinationsaufgaben


Das Plattformpräsidium traf sich zu fünf ordentlichen Sitzungen, die einerseits der Projektkoordination dienten, andererseits aber auch zur Bearbeitung der Beitragsgesuche der Fachgesellschaften und Arbeitsgruppen genutzt wurden. Dabei wurde auch die zukünftige Ausrichtung der Plattform diskutiert. Aufgrund der Rückmeldungen aus den Mitgliedsor-ganisationen wurde entschieden, der Nachwuchsförderung ein grösseres Gewicht einzuräumen. Unter anderem wurde die Durchführung einer Summer School im kommenden Jahr beschlossen. An der Plattformversammlung wurden die geplanten Plattformprojekte und das Plattformbudget zur Diskussion gestellt.

Früherkennung


Keine spezifischen Aktivitäten.

Ethik


Das Plattformpräsidium diskutierte die möglichen Auswirkungen des Berichtes der EKAH zur Konkretisierung des Begriffs „Würde der Kreatur“ bei Pflanzen auf die biologische Forschung. Konkrete Schritte zur weiteren Bearbeitung dieses Themas wurden keine beschlossen.

Dialog mit der Gesellschaft


Das Darwin-Jahr 2009 (200. Geburtstag von Charles Darwin, 150 Jahre „On the Origin of Species“) wurde von der «Plattform Biologie» für einen Dialog mit interessierten Kreisen der nicht-wissenschaftlichen Gesellschaft genutzt. Mit dem unüblichen Instrument des Theaters wollte man einen breiteren Kreis von interessierten Personen ansprechen. Dies wurde in Zusammenarbeit mit der «Platform Geosciences» und der «Plattform NWR» in Angriff genommen. Zwei eigens zu diesem Anlass bei den beiden Autoren Dominique Caillat und Michel Beretti in Auftrag gegebene Theaterstücke wurden von der frxprod (Regisseur François Rochaix) und der Imprimerie Basel (Réalisateur Martin Burr) in den Sprachen Französisch und Deutsch aufgeführt. Die deutsche Produktion beschränkte sich auf eines der beiden Stücke. Die französichen Produktionen der Stücke „Darwin en finit avec les cirripèdes“ und „La confession de Darwin“ wurden insgesamt über 40 Mal in fünf Städten der Romandie aufgeführt, während das deutsche Stück, „Darwins Beichte“, gut 20 Mal in sechs deutschschweizer Städten gespielt wurde. In Freiburg, an der Sprachgrenze, kam es zur Begegnung der beiden Theatertruppen. Vor oder nach den Aufführungen wurden jeweils Diskussionen mit Theaterleuten und Wissenschaftern zu den Stücken und deren Inhalt angeboten. Der Besuch der Theateraufführungen lag unter den Erwartungen, die Anwesenden waren aber von der Qualität der professionellen Vorführungen angetan. Die Diskussionen in den Rahmenveranstaltungen waren jeweils intensiv und anregend. Über die Theatertournee wurde von den Medien, vor allem in der Romandie, teilweise ausführlich berichtet. Dieses einmalige und wegen der Zusammenarbeit zweier Kulturen auch anforderungsreiche Projekt konnte nur realisiert werden, weil sich die Beteiligten mit aussergewöhnlich grossem persönlichem Engagement für dessen Realisierung einsetzten. Vierteljährlich druckte die «Plattform Biologie» einen gesamtschweizerischen Veranstaltungskalender mit allen Events rund um Darwin in jeweils über 2000 Exemplaren. Von mehr als 50 Veranstaltern konnten so gegen 200 Veranstaltungen dem interessierten Publikum angekündigt werden. Im Rahmen der Mehrjahresplanung der Akademie wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Anatomie, Histologie und Embryolgie der Vorschlag eingebracht, den 500. Jahrestages der Geburt von Andreas Vesal zum Anlass für eine Reflexion über moderne morphologische Methoden und bildgebende Verfahren als Werkzeug der medizinischen Diagnostik und naturwissenschaftlichen Forschung zu nehmen. Diese Initiative wurde vom Plattformpräsidium sehr begrüsst und zur weiter Verfolgung an den Vorstand der SCNAT übergeben.