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Jahresbericht 2001 für SAGUF: Schweizerische Akademische Gesellschaft für Umweltforschung und Ökologie Präsident/Präsidentin: PD Dr. Gertrude Hirsch Hadorn Von: Claude Théato, saguf@umnw.ethz.ch Tagungen / Exkursionen / KurseDie diesjährige SAGUF-Jahrestagung wurde gleichzeitig als sagufnet-Workshop abge-halten. Sie fand am 5. Oktober 2001 zum Thema: "Ziele, Formen und Erfahrungen mit Partizipation in transdisziplinären Projekten" in Basel statt. Partizipation, d.h. der Einbezug von Akteuren und Gruppen in Gesellschaft und Wirt-schaft in den Forschungsprozess, ist leichter gefordert als erfolgreich praktiziert. Partizi-pative Methoden sind im Rahmen der Technikfolgenabschätzung (TA) entwickelt wor-den. Der Workshop bot am Vormittag einen Überblick der verschiedenen partizipativen Methoden in der TA sowie eine Einführung in Problemstellungen in transdisziplinären Projekten, für die Partizipation sinnvoll oder notwendig ist. Zu "Partizipation in der Technikfolgenabschätzung" referierte Dr. Simon Joss. Die Einführung zu "Partizipation in transdisziplinärer Forschung" wurde von Dr. Christian Pohl, Dr. Martin Scheringer und Dr. Antonio Valsangiacomo bestritten. Anschliessend an die beiden Vorträge wurde in moderierten Arbeitsgruppen diskutiert "Wo deckt sich das Vorgestellte mit meiner Er-fahrung, Meinung? Wo nicht? Warum?" Der Nachmittag diente dazu, sich in einer von fünf Arbeitsgruppen vertieft mit Partizipa-tion in einem bestimmten Forschungsbereich oder mit ausgewählten partizipativen Me-thoden zu befassen. Jede Arbeitsgruppe startete mit einem spezifischen Impulsreferat zu entsprechenden Forschungserfahrungen. Die Gruppen behandelten die Themen Partizi-pation in Projekten zur Landschaftsentwicklung, Partizipation in der Stadtentwicklungs-forschung, Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit, ausgewählte Methoden der Partizipation und Austausch von Erfahrungen mit Partizipation bei der Entwicklung von Simulationsmodellen. Der Workshop diente dazu, Wissen und Erfahrungen zu vermitteln, zu diskutieren, und über die Forschungspraxis nachzudenken. Das sollte den Teilnehmerinnen und Teilneh-mern ermöglichen, künftig gezielter, methodisch kompetenter und in den Erwartungen realistischer mit partizipativen Methoden zu arbeiten. Ihnen sollte mit dem Workshop klarer geworden sein: * Was heisst Partizipation in transdisziplinärer Forschung bzw. worin unterscheidet sie sich gegenüber anderen Formen der Partizipation? * Wer wird wie, wann und warum einbezogen? * Welche Erfahrungen wurden bisher gemacht? Welche Optimierungspotentiale beste-hen? * Was heisst Partizipation für den wissenschaftlichen Prozess? Mit dem Workshop wurden vor allem Personen, die Erfahrung mit Partizipation haben oder zukünftig mit Partizipation konfrontiert sein werden angesprochen, sei es z.B. als Forschende, als Anspruchsgruppen-Vertreterinnen oder als Experten aus Forschungspro-grammen. Gezielt wurde Kontakt aufgenommen mit Personen, die in der Landschaftsfor-schung, in der Stadtentwicklung und in der Entwicklungszusammenarbeit forschen. Diese Programmauswahl kam aufgrund von Rückmeldungen und konkreten Angeboten aus dem sagufnet zustande. Es brauchte Verständnis, dass im Interesse einer geeigneten Schwerpunktbildung nicht alle eingegangenen Vorschläge berücksichtigt werden konnten. Die Workshop-Beiträge werden auf der sagufnet-Webseite publiziert: http://www.unibas.ch/mgu/sagufnet. Vorträge der Präsidentin - "Ontologie und Ethik bei Hans Jonas" Akademie der Studienstiftung Schweiz, Bad Ragaz, 26.9. - 2.10.2001; - "Risiken der technologischen Zivilisation als wissenschaftsethisches Problem" Sym-posium "Ethisierung - Ethikferne. Wieviel Ethik braucht die Wissenschaft?" Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldiana, Berlin 12./13. Oktober 2001. Publikationen- Longet R. "LA 21-Prozesse in der Welschschweiz - eine Bestandesaufnahme", GAIA 10/1 (2001) 71-73. - Förster R., Pohl C., Scheringer M., Vlasangiacomo A. "Partizipation in der transdis-ziplinären Forschung - Eine Positionierung und die Ankündigung des nächsten SA-GUFNET-Workshops", GAIA 10/2 (2001) 146-149. - Minsch J. "Erfindungen gegen die Tyrannei der kleinen Entscheidungen: Die Refle-xive", GAIA 10/3 (2001) 230-233. - Niggli U. "Welche Forschung braucht die Biologische Landwirtschaft?" GAIA 10/4 (2001) 304-307. Internationale Aktivitätensiehe "Forschungsinfrastruktur" Forschungsinfrastruktur und -projekte / langfristige UnternehmungenDas sagufnet, welches 2000 gegründet wurde, hielt seinen zweiten Workshop am 5. Ok-tober 2001 in Basel ab. Er befasste sich mit partizipativen Methoden in ausgewählten Forschungsbereichen. Dieser Workshop war zugleich auch Jahrestagung der SAGUF. Siehe auch "Tagungen". Weiter beschäftigte uns die Zukunft des sagufnet. Auf der Suche nach einer langfristigen Finanzierung des sagufnet wurde nämlich klar, dass sich ein Netzwerk für transdiszipli-näre Forschung nicht auf Umweltprobleme beschränken soll und entsprechend auch eine breitere Trägerschaft braucht. Diese könnte innerhalb der Akademien gefunden werden. Der Vorstand der SAGUF hat daraufhin beschlossen, diese Entwicklungsperspektive vom sagufnet zu einem übergreifenden "transdisciplinaritynet" zu verfolgen. Dies fordert für die Geschäftsstelle des sagufnet künftig mehr Einsatz. Weil die jetzige Projektleiterin Ruth Förster und ihre Mitarbeiter von der Koordinationsstelle MGU nicht in noch grösserem Umfang für das Netzwerk freigestellt werden können, muss die Geschäftsstelle von 2002 an neu geregelt werden. Theres Paulsen, Quästorin der SAGUF und Mitarbeiterin am Universitären Institut Kurt Bösch in Sion wird interimistisch im Jahr 2002 die Ge-schäftsstelle führen, bis die Trägerschaft des neuen Netzwerkes mit den Akademien ge-klärt ist. Herzlichen Dank an das MGU-Team für den engagierten Start des sagufnet! Das SPP Umwelt hat sagufnet in diesem Jahr tatkräftig unterstützt. Zum einen geschah dies durch die Weitergabe der Homepage www.transdisciplinarity.ch, die 2002 die Webseite des sagufnet ersetzen wird. Zum andern erhielten wir finanzielle Unterstützung, um Transdisziplinarität in der Forschung in der Schweiz konkret zu unterstützen. Wichti-ge Elemente, die wir damit realisieren können, sind Workshops und der Aufbau einer strukturierten und kommentierten Bibliografie zu Transdisziplinarität auf unserer Webseite, verbunden mit einer Bedarfsabklärung. Die Bibliografie wird von Christoph Küffer, Collegiat am Collegium Helveticum und Doktorand am Departement Umwelt-naturwissenschaften der ETH, erstellt und mit der technischen Unterstützung von Pro-Clim realisiert. sagufnet hat inzwischen über 120 Mitglieder aus Forschungsinstituten, Wissenschaftspo-litik und "Praxis". Ein Drittel von ihnen arbeitet im europäischen Ausland oder in Über-see. öffentlichkeitsarbeitDie Homepage der SAGUF wird laufend ausgebaut. Sie ist zu finden unter : http://www.saguf.unibe.ch. Neben Informationen über die Zusammensetzung des Vor-standes, unsere Projekte, unsere Zielen und Statuten findet sich dort auch unsere Mittei-lungsblätter, die im Jahreszyklus über die SAGUF Tätigkeiten Auskunft geben, sowie Publikationen, welche die SAGUF herausgibt. WissenschaftspolitikBeratende Kommission für Umweltforschung (BKUF) Als eine der Massnahmen des "Forschungskonzeptes Umwelt für die Jahre 2000 - 2003" hat das BUWAL im Februar 1999 die BKUF eingesetzt. Aufgaben der BKUF sind u.a. die Beratung des "Steuerungsausschusses für Bildung, Forschung und Technologie" und des BUWAL, die Förderung der Umsetzung und Evaluation von Forschungsergebnissen sowie die Wahrnehmung der Funktion als Informationsplattform. Im Hinblick auf die kommende "Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004 - 2007" sowie auf die anlaufenden Arbeiten an einem neuen Forschungskonzept Umwelt hat die BKUF ihre bisherige Tätigkeit evaluiert (Resultat: Die BKUF hat wesentliche Arbeiten für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Prioritäten des Forschungskonzeptes Umwelt geleistet und zudem wichtige Dis-kussionen zu umweltrelevanten Forschungsthemen, -prioritäten und -lücken geführt; ihre Rolle muss aber noch klarer definiert werden; die Einflussmöglichkeiten sind zu steigern; zudem sind Bedeutung, Gewicht und Bekanntheitsgrad zu erhöhen). Die Kommissions-mitglieder kamen weiter zum Schluss, dass die Zusammensetzung der BKUF teilweise geändert werden muss (Strukturierung nach dem Modell der Energieforschungskommis-sion CORE; direkterer Einbezug der Forschenden; stärkere Gewichtung von Forscherper-sönlichkeiten; Ausscheiden der Verbandsleute; wichtige Bundesstellen als Beobachter). Zudem gibt das BUWAL auf Anregung des "Steuerungsausschusses für Bildung, For-schung und Technologie" den Vorsitz ab, um noch besser zu signalisieren, dass die BKUF nicht nur Amtsinteressen verfolgt. Die Direktion des BUWAL hat als neuen Präsidenten Herrn Prof. P. Tschopp (Universität Genf) ausgewählt. Die BKUF wird sich in den kommenden Jahren mit der Erarbeitung des neuen Forschungskonzeptes Umwelt und mit der Festlegung von Prioritäten für die schweizerische Umweltforschung befassen. Infolge Übergewichts der geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen und Unter-vertretung der französischsprachigen Mitglieder wird die SAGUF-Präsidentin PD Dr. G. Hirsch Hadorn in der neuen BKUF nicht mehr vertreten sein. Die Wahrnehmung der In-teressen der SAGUF als Mitglied der SANW kann aber durch Prof. W. Haeberli (SANW) weiterhin sichergestellt werden. Kommission für Umweltwissenschaften (KUW) Die Kommission für Umweltwissenschaften (KUW) der ehemaligen Schweizerischen Hochschulkonferenz, die 1998 bis 2000 von SAGUF Vorstandsmitglied Ruth Kaufmann-Hayoz präsidiert wurde, ist mit dem Übergang zu den neuen universitätspolitischen Strukturen (Schweizerische Universitätskonferenz SUK und Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten CRUS) auf den Beginn des Jahres 2001 aufgelöst worden. Die KUW hat im November 2000 zuhanden der CRUS einen Bericht verfasst, in dem sie eine Bilanz ihrer Tätigkeit seit ihrer Gründung im Jahre 1989 vorlegt und Vorschläge unter-breitet, wie die anstehenden Aufgaben in den neuen universitätspolitischen Strukturen angegangen werden könnten. Darin stellt sie folgendes fest: "Die Tätigkeit der KUW hat wesentlich zur koordinierten Entwicklung, zur Vernetzung zwischen den Hochschulen und zur Wahrnehmung von Synergien in Lehre und Forschung in dem jungen, interdiszi-plinären Gebiet der Umweltwissenschaften beigetragen. Der Wissenschaftsbereich ent-wickelt sich weiterhin dynamisch, insbesondere werden seit einigen Jahren seine Aus-richtung auf das Konzept der Nachhaltigkeit und auf der methodischen Ebene die Trans-disziplinarität zunehmend diskutiert und umgesetzt. Deshalb beantragt die KUW, dass die CRUS eine Kommission für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt einsetzt, die sich der anstehenden Aufgaben auf gesamtschweizerischer Ebene annimmt." Die CRUS ist bisher nicht auf diesen Vorschlag eingetreten. Der Bericht der KUW ist bei Frau Galliker (CRUS) erhältlich. Nachwuchsförderungsiehe "Forschungsinfrastruktur" |
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