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SCNAT - The House of Sciences


Annual Report 2008 for

BRYOLICH: Swiss Association of Bryology and Lichenology


President: Silvia Stofer

By: Silvia Stofer, silvia.stofer@wsl.ch

Summary
Zweifellos gehören alle organsisierten Kurse, Workshops und Exkursionen zu den Höhepunkten des Jahres (siehe Rubrik Tagungen/Kurse weiter unten.) Sie fördern und unterstützen den fachlichen und sozialen Austausch und werden von unseren Mitgliedern ausserordentlich geschätzt.

Ausserdem hat die Vereinigung mit der Lancierung des neuen Projektes 'Hoch hinaus - Erhebung alpiner Flechten der Schweiz' den Fokus auf die artenreiche Gruppe der Gesteinsflechten und den alpinen Lebensraum gelegt.



Publikationen
Meylania (Bulletin der Schweizerischen Vereinigung für Bryologie und Lichenologie) - Vol. 40 & 41.



Tagungen / Kurse
Gesteinsbestimmungskurs am 26. Januar 2008, Departement Erdwissenschaften der ETH Zürich:

In einem eintägigen Crash-Kurs vermittelten Dr. Urs Groner und Dr. Mathias Vust den Teilnehmenden Basiswissen zur Ansprache der Gesteinsarten der Schweiz. Dabei wurden sie von Herrn Dr. Peter Brack, Herrn Dr. Rainer Kündig und Herrn Dr. Konrad Zehnder des Departements der Erdwissenschaften der ETH Zürich tatkräftig unterstützt. Dank der Gesteinssammlung des Departements konnte die Theorie mit praktischen Übungen vertieft werden.

NISM-MitarbeiterInnen-Treffen (Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora) am 9. März 2008, Institut für Systematische Botanik der Universität Zürich:

Neben einem Rückblick auf Tätigkeiten des Jahres 2007 wurde der aktuelle Stand des neu etablierten Monitorings prioritärer Moosarten diskutiert und das weitere Vorgehen besprochen. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war der geplanten digitalen Moosflora gewidmet, welche in Zusammenarbeit des NISM und dem Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève realisiert werden soll. Wie immer wurde ausserdem der fachliche Austausch der Mitglieder durch gemeinsames Bestimmen schwieriger Moosproben gepflegt.

Methoden-Workshop des Projekts `Hoch hinaus - Erhebung alpiner Flechten der Schweiz` am 25. Mai 2008, Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern:

Kick-off Meeting des neu lancierten Bryolich-Projektes zur Verbesserung der Kenntnisse der Flechtenflora der alpinen Stufe der Schweiz. Die Teilnehmenden haben sich vertieft mit dem Projektziel auseinandergesetzt, über Aufnahmekonzept und Aufnahmedesign entschieden sowie eine standardisierte Aufnahmeanleitung erarbeitet und damit den Startschuss für die erste Feldsaison gegeben.

Bryo-lichenologische Exkursionen und Jahresversammlung in Freiburg im Breisgau (D) vom 39. Mai - 1. Juni 2008:

Gerne hat die Bryolich der Einladung von Michael Lüth Folge geleistet und ihr GV-Wochenende mit Exkursionen für einmal nicht in der Schweiz sondern im angrenzenden nördlichen Nachbarsland durchgeführt. Abwechslungsreiche Exkursionen führten uns in die Lösshänge am tuniberg und Kaiserstuhl, ins Wilhelmer Tal, ein typische Gletschertal im Schwarzwald und in die luftfeuchten Wälder des Höllentals.

Am traditionellen Vortragsabend am Freitag wurden die beiden Projekte `Flore numerique des lichens de Suisse` (P. Cerc & C. Truong) und `Hoch hinaus - Erhebung alpiner Flechten der Schweiz` (C. Scheidegger & S. Stofer) vorgestellt. Ausserdem hat Michael Lüth hat in die Flora des Exkursionsgebietes eingeführt.

Studientage in Leukerbad, 12.-14. September 2008:

Wiederum fanden die Studientage bei den Mitgliedern grossen Anklang. Leider erlaubte die herrschenden Wetterbedingungen nur am Freitag eine Exkursion in die alpine Region der Gemmi. Dabei konnte konnten die lichenologische Gruppe einen Stichprobepunkt des in diesem Jahr neue lancierten Projektes zur Erhebung der alpinen Flechtenflora bearbeiten während sich den BryologInnen die Gelegenheit bot, einige seltene Moose an ihrem natürlichen Standort zu beobachten. Wegen anhaltender starker Regenfälle waren am Samstag und Sonntag Outdoor-Aktivitäten kaum möglich, dafür konnte die Zeit zur gemeinsamen Bestimmung der gesammelten Belege genutzt werden.

NISM-Bestimmungs-Kurs (Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora) inkl. Exkursion vom 31. Oktober - 2. November 2008, Institut für Systematische Botanik der Universität Zürich:

Die Laubmoosgattung Fissidens stand im Zentrum des diesjährigen Bestimmungskurses. Geleitet wurde er vom tschechischen Experten Zbynek Hradilek. Wie immer konnten die neu erworbenen Kenntnisse an eigenen Proben überprüft und mit dem Spezialisten diskutiert werden. Ein Höhepunkt der Exkursion war die Gelegenheit, die beiden äusserst seltenen Arten Fissidens celticus und F. granidfrons im Felde zu sehen.



Internationale Aktivitäten
Einsitz im Vorstand des European Committee for Conservation of Bryology ECCB (N. Schnyder).

Einsitz im Vorstand der International Association for Lichenology IAL (C. Scheidegger).

Vorsitz der Lichen Specialist Group der World Conservation Union IUCN (C. Scheidegger).

Einsitz im Advisory Board of the International Association for Lichenology IAL (S. Stofer).



Nachwuchsförderung
Finanzielle Unterstützung zur Deckung der Reisekosten für den Besuch der IAL6 (Kongress der International Association of Lichenology in Monterey / USA) für die Doktorandin Camille Truong.



Forschungsunterstützende Informations- und Koordinationsaufgaben
Meylania (Bulletin der Schweizerischen Vereinigung für Bryologie und Lichenologie) - Vol. 38 & 39

http://www.bryolich.ch: Auf unserer Homepage wird über den Verein, Veranstaltungen und Exkursionen, Bücher der Bryolich-Bibliothek, das Bulletin Meylania, Publikationen, Projekte und vieles mehr zum Thema Moose und Flechten informiert.

Die Schweizerische Vereinigung für Bryologie und Lichenologie tauscht mit zwanzig Kryptogamenvereinigungen aus der ganzen Welt ihr Bulletin `Meylania` gegen das entsprechende Publikationsorgan. Diese Bulletins stehen der öffentlichkeit in der Bibliothek des Conservatoire et Jardin botaniques de la ville de Genève zur Verfügung.

Die Bücher der Schweizerischen Vereinigung für Bryologie und Lichenologie sind der öffentlichkeit in der Bibliothek der Botanischen Institute der Universität Zürich in Zürich (Bryologie) und in der Bibliothek IPS der Universität Bern in Bern (Lichenologie) zugänglich.

Die Bryolich engagiert sich aktiv in der Scnat und nimmt Einsitz im Präsidium der Plattform Biologie.



Früherkennung
Hoch hinaus - Erhebung alpiner Flechten der Schweiz:

Die flechtenfloristische Erforschung der Schweiz hat in den letzten Jahrzehnten markante Fortschritte gemacht. Dies unter anderem dank nationaler Erehebungen für die erste Rote Liste der erd- und baumbewohnenden Flechten der Schweiz sowie der Publikation einer kommentierten Checkliste der Flechten der Schweiz. Die artenreiche Gruppe der Gesteinsflechten, die ungefähr die Hälfte aller Flechtenarten der Schweiz umfasst, konnte im Rahmen der Roten Liste leider nicht bearbeitet werden. Die Gesteinsflechten gehören zu den wenigen Organismengruppen, welche auch noch unter den extremen Umweltbedingungen im alpinen Lebensraum in grosser Zahl und Vielfalt vorkommen. In der Naturschutzarbeit und aufgrund aktueller Fragestellungen wie beispielsweise die Auswirkung der Klimaerwärmung auf die Biodiversität, wurde diese Wissenslücke immer offensichtlicher. Die Bryolich hat deshalb ein neues Projekt lanciert, mit dem Ziel, erste repräsentative Angaben zu Häufigkeit und Verbreitung der alpinen Flechtenarten der Schweiz zu ermöglichen. Das ehrgeizige Projekt basiert auf Freiwilligenarbeit der Bryolichmitglieder.



Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora - NISM:

Seit 1984 werden in der Schweiz die Moose im Rahmen des Projektes `Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora` unter Mithilfe vieler ehrenamtlicher Mitarbeitenden kartiert. Die Schweizerische Vereinigung für Bryologie und Lichenologie übernimmt die Trägerschaft. Eine Kartierkommission berät die Projektleitung in wichtigen Fragen.

Das Hauptziel ist ein Atlas mit Rasterkarten auf naturräumlicher Basis von allen sicher unterscheidbaren Moos-Sippen der Schweiz. Das erste Nahziel war eine Rote Liste. Die erste Fassung wurde 1992 publiziert, eine vollständig revidierte Fassung folgte 2004. Die erarbeiteten Verbreitungsangaben dienen als Grundlage für weitere bryologische und biogeographische Forschung und haben eine praktische Bedeutung für den Naturschutz. Für seltene Moosarten wurde ein Artenschutzkonzept erarbeitet.



Dialog mit der Gesellschaft
Die Bryolich pflegt den Diolog mit ihren Mitgliedern bzw. der öffentlichkeit über die Publikation des Bulletins Meylania und der Fachzeitschrift Cryptogamica Helvetica, über ihre Homepage und Fachbibliothek, über Vorträge, Exkursionen Workshops, Bestimmungskurse und Studientage. Alle von der Schweizerischen Vereinigung für Bryologie und Lichenologie organisierten Aktivitäten stehen allen Interessierten offen.